Die Skimagistrale Erzgebirge - Krušné hory zusammen mit Kammloipe und Osterzgebirgsloipe bezeichnet einen ca. 200km langen Skifernwanderweg, der von Schöneck im Vogtland bis nach Altenberg im Osterzgebirge reicht. Die Skimagistrale, (meist) als SM ausgeschildert, verläuft auf deutschem und tschechischem Gebiet, ist im Wesentlichen aber eine deutsche Initiative. Der westliche Abschnitt des Skifernwanderwegs wird als Kammloipe bezeichnet, der mittlere Abschnitt stellt die eigentliche Skimagistrale dar, im Osterzgebirge wird überwiegend der Begriff Osterzgebirgsloipe verwendet. Östlicher Endpunkt der "deutschen" Skimagistrale ist Altenberg. Auf tschechischem Gebiet existiert die Krušnohorská lyžařská magistrála, die als KLM ausgeschildert ist. Die KLM auf tschechischer Seite führt ab Zinnwald noch deutlich weiter nach Osten bis nach Tisa (Tissa). Auch dieser Abschnitt soll hier Erwähnung finden. Einige Streckenteile von SM und KLM sind identisch, teilweise nutzt die Skifernwanderloipe die gleichen Wege wie der rot markierte europäische Fernwanderweg E3 (in Tschechien) und der blau markierte neue "Kammweg" (in Deutschland).

skimagistrale

Zweifellos ist es eine der längsten, schneesichersten und schönsten Skifernwanderstrecken in Mitteleuropa. Trotzdem sollten an dieser Stelle einige Probleme erwähnt werden:

  • Der Skifernwanderweg auf der gesamten Strecke ist keine durchgängig gespurte Loipe. Zwischen Medenec und Satzung sowie zwischen Kühnhaide und Lesna existieren längere Abschnitte, die weder präpariert noch ordentlich ausgeschildert sind.
  • Unklarheiten bestehen bereits darüber, was man unter der "Skimagistrale" im Erzgebirge versteht. Offiziell wird vom "Skifernwanderweg Kammloipe – Skimagistrale Erzgebirge / Krušné hory – Osterzgebirge" oder vom "Skifernwanderweg Vogtland – Osterzgebirge" gesprochen. Umgangssprachlich haben sich verschiedene Begriffe und Begriffszusammensetzungen eingeprägt. Verwendete Synonyme sind unter anderem "Skifernwanderweg Schöneck - Altenberg", "Fernwanderloipe Erzgebirge", "Erzgebirgsloipe" und "Erzgebirgskammloipe". Für weniger ortskundige Skiläufer kann die Beschilderung und Nutzung unterschiedlicher Begriffe somit für Verwirrung sorgen.
  • Für Außenstehende schwierig nachvollziehbar ist die Existenz zweier "Skimagistralen". Die böhmische KLM heißt übersetzt "Erzgebirgische Skimagistrale", ist mit der deutschen SM aber nicht komplett gleichzusetzen. Die KLM besteht aus einem Ostteil (Lesná - Tisa/Sneznik) und einem Westteil (Bublava - Horni Halze/Medenec). Im Osterzgebirge wurde die KLM-Strecke in einigen Bereichen umverlegt, die Streckenführung der deutschen SM ist teilweise nicht eindeutig markiert. Außerdem wird im zentralen Erzgebirge die deutsche Skimagistrale vielfach nur als Verbindungsloipe zwischen Johanngeorgenstadt und Oberwiesenthal beworben, welche größtenteils die Trasse der KLM nutzt.

Plant man in mehreren Tagen den gesamten Erzgebirgskamm mit Skiern abzulaufen, so muss man beachten, dass auf tschechischer Seite viele Bereiche dünn besiedelt sind und daher Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten an der Strecke nur begrenzt zur Verfügung stehen. Andererseits macht gerade die Grenzlage und Abgeschiedenheit den Reiz des Skifernwanderwegs aus. Unberührte Waldgebiete des Naturparks Erzgebirge-Vogtland wechseln sich mit einzigartigen Hochmooren und Wiesen in der kargen und schneesicheren Kammregion ab. Das von Südwest nach Nordost verlaufende Hochplateau des Erzgebirges weist dabei im Vergleich zu anderen Mittelgebirgen kaum große Einkerbungen oder besonders steile Abhänge auf. Gerade deshalb ist Skilanglauf besonders gut möglich. Immer wieder bieten sich herrliche Fernblicke sowohl nach Norden wie auch nach Süden.

Man kann die Gesamtstrecke in 7 verschiedene Abschnitte aufteilen:

Abschnitt Startort-Zielort Distanz Höhenlage Loipe gespurt?
1a Schöneck - Johanngeorgenstadt 36 km 740-960m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
1b Bublava - Jeleni 16 km 800-950m auf der Gesamtstrecke
regelmäßig gespurt
2 Johanngeorgenstadt oder Jeleni - Bozi Dar oder Oberwiesenthal 28 km/
35 km
800/870-1050m auf der Gesamtstrecke
regelmäßig gespurt
3 Bozi Dar - Satzung 38 km 740-1140/1244m max. 25 von 38km gespurt
4 Satzung - Lesna 31 km 670-910m max. 20 von 31km gespurt
5 Lesna - Dlouha Louka oder Deutschgeorgenthal 34 km/
30 km
610/740-900m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt*
6a Deutschgeorgenthal - Altenberg 23 km 610-880m auf der Gesamtstrecke
regelmäßig gespurt
6b Dlouha Louka - Adolfov 28 km 730-880m auf der Gesamtstrecke
regelmäßig gespurt
7 Adolfov - Sneznik 24 km 460-750m auf der Gesamtstrecke
regelmäßig gespurt

* regelmäßig gespurt bis Dlouha Louka, bei Fahrt bis Deutschgeorgenthal maximal 28 von 30km regelmäßig gespurt

  • 1a) Der westliche Abschnitt zwischen Schöneck und Johanngeorgenstadt verläuft ausschließlich auf deutscher Seite und ist unter dem Namen Kammloipe überregional bekannt. Über den Grenzübergang oberhalb von Wildenthal oder den Grenzübergang oberhalb der Gaststätte Henneberg führt die Strecke auf tschechisches Gebiet.

  • 1b) Im östlichen Abschnitt der Kammloipe gibt es auf tschechischer Seite mit der Skimagistrale (KLM) eine parallele Loipe etwas weiter südlich. Die Skimagistrale beginnt in Bublava nahe Klingenthal und führt bis Jeleni. Dieser Abschnitt ist gut ausgeschildert und wird regelmäßig gespurt.

  • 2) Von Jeleni bzw. Johanngeorgenstadt bis Bozi Dar folgt der nächste Abschnitt, der als Skimagistrale (SM/KLM) ausgeschildert ist. Dieser Bereich wird im gesamten Streckenverlauf regelmäßig gespurt. Ein Zweig des Skifernwanderwegs führt nordwärts über die Grenze nach Oberwiesenthal.

  • 3) Von Bozi Dar aus verläuft anschließend die Skimagistrale über das Keilberggebiet (Klinovec) und später an der Talsperre Preßnitz vorbei zum Grenzübergang Preßnitzweg. Ziel der Etappe ist Satzung. Dieser Streckenabschnitt ist problematisch, weil er streckenweise unzureichend ausgeschildert ist und teilweise nicht maschinell gespurt wird.

  • 4) Der vierte Abschnitt führt zunächst auf deutscher Seite von Satzung bis Rübenau und ist zum Teil in örtliche Loipen eingebunden und damit maschinell gespurt. Anschließend verläuft die Strecke wieder auf böhmischer Seite bis ins Loipengebiet von Lesna. Je näher man dem gleichnamigen Berghotel kommt, desto wahrscheinlicher sind gespurte Loipen.

  • 5) Dieser Abschnitt kann mit etwas Glück in komplett maschinell gespurter Loipe bis Dlouha Louka zurückgelegt werden. Bei Seiffen muss man sich entscheiden, ob man kurzzeitig auf deutsches Gebiet zurückkehrt oder komplett auf tschechischer Seite bleibt. Die Strecke der tschechischen Magistrale führt später südlich an der Talsperre Flaje vorbei nach Dlouha Louka (Fortführung 6b). Da die deutsche SM-Skimagistrale als Osterzgebirgsloipe ab Deutschgeorgenthal weiterführt, zweigt die Strecke der deutschen Magistrale nach Norden ab ins Tal nach Cesky Jiretin und Deutschgeorgenthal (Fortführung 6a).

  • 6a) Auf sächsischem Gebiet führt die Osterzgebirgsloipe/SM als Grenzloipe komplett gespurt über Deutschgeorgenthal, Teichhaus (Holzhau), Neuhermsdorf und Rehefeld nach Altenberg. Die Loipe ist teilweise identisch mit der Bahndammloipe.

  • 6b) Die tschechische Skimagistrale (KBS/KLM) führt regelmäßig gespurt auf dem Gebirgskamm von Dlouha Louka über Cinovec und den Mückenberg bis Adolfov (Adolfsgrün). In Cinovec kann man mühelos über die Grenze nach Altenberg abzweigen.

  • 7) Bei sehr guter Schneelage ist ab Adolfov die Skimagistrale (KLM/KBS) über Krasny Les und Petrovice bis Tisa bzw. Sneznik gespurt. Die Streckenführung erfolgt überwiegend nördlich des Gebirgskamms nahe der deutschen Grenze.

skimagistrale_hoehenprofil_klein

Es ist gut zu erkennen, dass der Skiwanderweg im westlichen Bereich eine konstant schneesicherere Höhenlage aufweist. Das dargestellte Höhenprofil gibt jedoch nur eine von mehreren Wegvarianten wieder. Vor allem bei Nutzung der Osterzgebirgsloipe anstatt der böhmischen Skimagistrale würde das Profil ab Kilometer 155 deutlich abweichen.

Die Länge der Etappen kann individuell an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Einschränkungen bestehen nur hinsichtlich der begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten auf einigen Streckenabschnitten. Die detaillierte Beschreibung der einzelnen Abschnitte erfolgt ohne Gewähr auf Richtigkeit! In den letzten Jahren wurden immer wieder kleine Veränderungen am Streckenverlauf vorgenommen. Die Beschreibung auf dieser Internetseite weicht in Einzelfällen vom offiziellen Streckenverlauf ab bzw. gibt Alternativvorschläge. Kartenmaterial sollte ab dem dritten Abschnitt in jedem Fall mitgeführt werden, um nicht von offiziellen Wegzeichen zwingend abhängig zu sein. Alternativ kann man sich die GPS-Daten herunterladen und die Strecke entsprechend ablaufen.

Die Aufteilung in 6 Abschnitte entspricht verschiedenen Skiregionen, wobei die Abschnitte 3 und 4 auch für fortgeschrittene Skiläufer je nach Schneelage nur an zwei Tagen zu bewältigen sein können. Das Vorankommen auf ungespurten Trassen ist in der Regel deutlich langsamer möglich als bei maschinell gespurten Loipen (bei Neuschnee unter der Woche sind auch "regelmäßig gespurte" Strecken oft nicht gespurt). Als praktikable Aufteilung der Etappen für Skiläufer mittlerer Kondition bietet sich beispielsweise die nachfolgend aufgeführte Gliederung an, die kurze Umwege zu Übernachtungsmöglichkeiten einschließt und jede Etappe nochmals teilt:

Abschnitt Startort-Zielort Distanz Höhenlage Loipe gespurt?
1 Schöneck-Mühlleithen 16 km 730-910m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
2 Mühlleithen-Johanngeorgenstadt 20 km 850-950m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
3 Johanngeorgenstadt-Pernink 14 km 870-1000m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
4 Pernink-Bozi Dar/Oberwiesenthal 15/21km 870-1040/1140m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
5 Bozi Dar-Medenec 20 km 840-1160m max. 19 von 20km gespurt
6 Medenec-Satzung (Hirtsteinbaude) 18 km 740-900m max. 8 von 18km gespurt
7 Satzung-Kühnhaide (Schwarzwassertal) 14 km 700-890m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
8 Kühnhaide-Lesna 17 km 680-900m max. 6 von 17km gespurt
9 Lesna-Seiffen (Bad Einsiedel) 17 km 700-900m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
10 Seiffen-Dlouha Louka
19km 740-870m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
11 Dlouha Louka-Zinnwald/Altenberg 14/19km 750/810-880m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
(12) Zinnwald-Adolfov 14 km 750-880m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
(13) Adolfov-Tisa (Touristenbaude) 20 km 440-760m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt
(14) Tisa-Sneznik 4 km 590-620m auf der Gesamtstrecke regelmäßig gespurt

Bei diesem Vorschlag ist Route 6b über Dlouha Louka gewählt. Die Osterzgebirgsloipe wird nicht genutzt. Wenn das Holzhauer Loipengebiet passiert werden soll, bieten sich folgende Varianten an:

1) Seiffen (Bad Einsiedel) - Deutschgeorgenthal / Holzhau (Oberdorf) - Altenberg
2) Seiffen (Bad Einsiedel) - Dlouha Louka - Holzhau (Oberdorf) - Altenberg

Während Variante 1 kürzer ist, aber weniger schneesicher mit 2 Kilometern ungespurter Strecke, würde man bei Variante 2 komplett regelmäßig gespurte Loipen nutzen können.

» Abschnitt Schöneck bis Johanngeorgenstadt (Kammloipe)
» Abschnitt Jeleni bis Bozi Dar bzw. Johanngeorgenstadt bis Oberwiesenthal
» Abschnitt Bozi Dar bis Satzung
» Abschnitt Satzung bis Lesna
» Abschnitt Lesna über Seiffen bis Cesky Jiretin oder Dlouha Louka
» Abschnitt Deutschgeorgenthal bis Zinnwald oder Altenberg
» Abschnitt Dlouha Louka bis Adolfov